Sonntag, 24. Juni 2018

RAAM 2018 – Einziger deutscher Solofahrer im Ziel!

Mittlerweile haben weitere Fahrer Annapolis erreicht. Thomas Haas gewinnt die 50+ Klasse mit einer Zeit von 11 Tagen 12 Stunden 5 Minuten.

Nur gut fünfeinhalb Stunden dahinter kommt Christoph Hanle ins Ziel. Mit 11:17:43 Tagen wird er zweiter seiner Altersklasse und belegt Gesamtrang 8.

Herzlichen Glückwunsch!

Ebenso an Dan Nielsen und Andy Christensen für das erfolgreiche Finishen des härtesten Radrennens der Welt.

Schaffen wird es auch Joseph Lawhorn. Bei der 586 Soto und mehr noch der 411 Brunner wird es recht knapp. Fumich und Mauduit sehe ich kaum eine Chance, die müssten jetzt quasi explodieren. Nur – am Ende des RAAM explodiert niemand mehr, man schleppt sich eher ins Ziel…



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RAAM 2018 – Zielankünfte, DNFs, Kampf gegen die Zeit

Gestern abend unserer Zeit sind zwei weitere Fahrer nach einem heißen Kampf um Platz 4 in Annapolis angekommen. Javier Iriberri hat in 11 Tagen 3 Stunden 56 Minuten das Ziel als Vierter erreicht und nur 2:03 h dahinter ist Michael Conti ins Ziel gekommen.

Conti lag die meiste Zeit des Rennens auf dem vierten Platz, mit viel Abstand nach vorne und hinten. Iriberri, ein Spanier der seit Anfang der 2000er hauptsächlich Brevets fähr und dreimal Paris-Brest-Paris gefahren ist, hat sich dann vor den Appalachen immer näher herangekämpt und dort schließlich zugeschlagen und den Amerikaner überholt.

Der große Abstand zwischen Viertplatziertem und dem Podium von fast vierzig Stunden zeigt, dass das Rennen nicht ganz so gut besetzt war wie letztes, wo ein Marko Baloh 10:12:12 als 50+ Fahrer Gesamtfünfter geworden ist, und dabei nicht mal seine Altersklasse gewonnen hat.

Das soll die Leistung der Fahrer aber keinesfalls schmälern, es spielen viele Faktoren bei diesem monumentalen Rennen eine Rolle. So hatten die weiter hinten liegenden diesmal teils heftig mit dem stürmischen und regnerischen Wetter zu kämpfen, auch das hat natürlich massiven Einfluss auf die Zeit.

Apropos kämpfen, der schon das ganze Rennen andauernde enge Kampf zwischen Seana und Kathy dauert immer noch an. Momentan liegt Seana vorne. Der Abstand beträgt aber weniger als eine Time Station.

Der Führende in der 50+ Klasse Thomas Haas aus Österreich wird demnächst das Ziel erreichen. Er hat sich dann doch ein Stück vom Deutschen Christoph Hanle absetzen können. Eine tolle Leistung, zumal er als Diabetiker sicher bei der Ernährungsstrategie einige Hürden zu überwinden hatte.

Christoph Hanle ist auf Finisherkurs. Die Geschwindigkeit passt noch, und er hat noch eine halbe Stunde Zeitgutschrift wegen einer unankündigten Umleitung zu Buche stehen. Hier sollte also nichts mehr schiefgehen.

Allerdings sieht es nicht für alle Fahrer so aus, also ob sie das Ziel reichtzeitig erreichen können. Vor allem die Durchschnittsgeschwindigkeit von Christian Mauduit liegt so knapp 0,3 Meilen zu niedrig.

Das aus meiner Sicht unglückliche dabei, er fährt ohne Auflieger. D.h. nur in klassischer Rennradhaltung. Neben der fehlenden Entlastung der Hände, verzichtet er damit natürlich auch auf einen aerodynamischen Vorteil, den selbst die konservativen Vorbaueinstellungen eines RAAM-Fahrers mit Aufliegern noch bieten. Das könnte in diesem Fall den Unterschied zwischen DNF oder Finish ausmachen.

Ricardo Arap hat schon mehrere RAAM-Finishes in unterschiedlichen 2 und 4 Mann Teams. Aber alle seine Soloversuche sind bis jetzt gescheitert, der erste 2002. Und ich sehe keine Chance, dass er diesmal rechtzeitig in Annapolis ankommt. Er ist zwar soweit gekommen wie noch nie, aber die Geschwindigkeit reicht nicht. Ich bin sicher er wird es wieder versuchen…

Allen die noch auf der Strecke sind, wünsche ich nochmal einen richtigen Schub, die Zeit verrinnt, ihr müsst kämpfen!



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Freitag, 22. Juni 2018

RAAM 2018 – Jetzt wir es richtig hart für die Begleitcrews

Ralph Diseviscourt hat die Appalachen hinter sich gelassen und wird wohl als einziger außer Strasser unter der 10-Tage-Marke bleiben können. Er steuert auf eine Zeit von 9 Tagen und gut 12 Stunden zu. Fantastische Leistung, jetzt noch die letzten Meilen bis TS 54 überstehen und dann locker ins Dock von Annapolis „paradieren“…

Nicole Reist kämpft noch in den Appalachen, hat zwar gegen Ende hin etwas nachgelassen, aber auch sie kämpft noch um die „Sub 10“. Möglich ist das auf jeden Fall noch. Der Geschwindigkeitsrekord von Seana ist allerdings eher nicht mehr drin. Das schmälert allerdings in keiner Weise die sensationelle Leistung bis hierher, eine wirklich eindrucksvolle Vorstellung!

Die Spitze des Hauptfeldes wird noch immer von Michael Conti angeführt, er hat gerade West Virginia erreicht. Verkehrstechnisch sehr unangenehm dort zu fahren, ich hoffe er und auch alle weiteren Fahrer kommen gut durch die vielbefahrenen Highways, mit besonders lauten und eher ruppigen Autofahrern.

Der 50+ Fahrer Thomas Haas aus Österreich hat sich mittlerweile etwas von Christoph Hanle abgesetzt und verfolgt Conti. Hanle (genannt die Eisenwade) liegt solide auf Finisherkurs. Er und seine Crew machen einen guten Eindruck, scheinen aber kein Risiko einzugehen und nicht massiv gegen Haas zu kämpfen. Allerdings beträgt der Rückstand auch nur drei, vier Stunden. Das ist nicht uneinholbar.

Noch immer gibt es erstaunlich wenige DNFs, allerdings bewegen sich drei, vier Fahrer unterhalb der erforderlichen Durchschnittsgeschwindigkeit. Vor allem Ricardo Arap, der schon seinen x-ten Versuch gestartet hat dieses Rennen zu finishen liegt fast eine Meile zu niedrig. Hoffentlich findet er nochmal die Kraft zuzulegen, wäre doch eine schöne Geschichte, wenn er es endlich schaffen würde.

Für die Begleitcrews wird es jetzt wirklich hart. Neuneinhalb Tage sind sie nun unterwegs. Je nach Größe der Crew und dem Organisationstalent von Crewchief und Mitgliedern, hat sich ein enormes Schlafdefizit aufgebaut. Nur selten gab es die Gelegenheit zu duschen, die schwüle Hitze im Osten macht zu schaffen, die Nerven liegen durch den Schlafentzug etwas blank, d.h. kleine Reibereien innerhalb der Crew sind weniger leicht zu ignorieren oder moderieren. Jetzt heißt es auch für die Begleitcrew kämpfen. Und dabei den Fahrer weiterhin gut umsorgen und motivieren.

Ich habe großen Respekt vor allen Crews, die diese schwierige Aufgabe meistern. Und ich bin sehr dankbar, dass meine Crews mich 2014 und 2017 so aufopferungsvoll und meist gut gelaunt unterstützt haben!

 



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Ötztaler Startplatz storniert – Gedanken zum RAAM

Auch wenn ich den Glockner hochgekommen bin, und es mir seitdem beständig besser geht, so lässt mein Rücken doch einen anspruchsvollen Radmarathon wie den Ötzi noch nicht zu. Noch immer trainiere ich nur nur nach Gefühl, fahre sogar meist eher einfach nur Rad statt zu trainieren. Ein würdevolles Finish beim Ötztaler wäre da wohl in weiter Ferne.

Als mir Stefan Schlegel fast drei Monate nach dem RAAM 2014 erzählte, dass er das Rennrad seit dem Rennen nicht mehr angefasst habe, konnte ich das nicht verstehen, gerade so ein gewaltiges Erlebnis wie das Race Across America hat mich immer motiviert und das Gefühl mit so einem brutalen „Training“ im Rücken die Chance zu haben ein höheres Level zu erreichen, hat die zweifelsohne vorhandene Erschöpfung und Müdigkeit verdrängt.

Aber das Rennen 2017 und das Training dorthin hat mich doch sehr viel Kraft gekostet, so dass ich vor allem mental, auch mit dem kleinen Rückschlag durch die Verzögerungen beim Buch, damit nicht gut umgehen konnte und emotional schon sehr weit weg war vom Ultracycling. Das hat meine Freude über das sensationell gute Ergebniss nicht geschmälert, ich war einfach nur eben „leer“ und hatte nicht genug Energie ein neues Ziel ins Auge zu fassen.

Es ist erstaunlich wie schnell man durch Bewegungsmangel und zuviel essen in einen körperlich und mental wenig erfreulichen Zustand gerät. Es ist aber auch schön zu sehen, dass mehrere Jahre Training eine gewisse Grundlage legen, so dass man aus so einer Negativspirale auch wieder herauskommt, und trotz fortschreitenden Alters spüre ich doch wieder die Energie zurückkommen, und habe noch den einen oder anderen Alpenpass in mir drin. Vielleicht sogar die Lust nochmal „richtig“ zu trainieren. Aber da lasse ich mir Zeit bis Oktober um zu schauen, ob ich ein strukturiertes Training, hin auf ein Ziel im Extremradsport, mit aller Konsequenz durchziehen könnte.

Momentan genieße ich es daher das RAAM 2018 zu beobachten. Und muss manchmal innerlich schmunzeln, wenn ich mich dabei ertappe wie ich denke „jetzt hast du die Appalachen erreicht, komm Endspurt“ und mich dann an meinen eigenen Zustand dort erinnere, wo es nur noch ums Durchkommen, ums Wachbleiben, ums Nichtstehenbleiben geht. Es ist so einfach mit dem Finger auf der Landkarte zu Reisen, und manchmal so brutal hart es dann mit dem Rad umzusetzen… (kennt wohl jeder, der schon mal eine Radreise geplant hat)

 

 



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Mittwoch, 20. Juni 2018

RAAM 2018 – Das Rennen zeigt seine Zähne

Christoph Strasser ist noch in den Appalachen. Der Kampf um die 8 Tage Marke ist hart, sehr hart. Maximale Erschöpfung und Müdigkeit am Ende des Rennens, dazu sehr steile Anstiege und Nacht. Aber die Crew macht schon mal noch einen aufgeweckten Eindruck. Mehrmals waren sie jetzt live, und man konnte sehen, dass Christoph zwar im „RAAM-Endstadium-slow-flow-Tritt“ mit niedriger Trittfrequenz pedaliert, aber auch superkonstant und immer noch mit Druck auf dem Pedal.

Ralph Diseviscourt kann die 9 Tage Marke wohl nicht reißen, fährt aber nach wie vor ein super Rennen. Als ehemaliger Tortour de Suisse Gewinner werden ihn die Appalachen nicht schrecken, es sieht nach einer niedrigen 9 Tage Zeit aus. (Danke Olli für die Berechnungen)

Nicole Reist liegt nach wie vor auf Rekordkurs und auch ein vom Blitz vor ihr auf die Fahrbahn gerissener Baum kann sie nicht aufhalten. Sie hat dadurch eine Stunde verloren, ist aber wohl eher froh, dass sie nicht vom Baum getroffen wurde, während sie sich durch stürmisches Wetter kämpft.

Die drei werden die einzigen sein, die unter der 10 Tage Marke bleiben können. Nächster Verfolger ist nach wie vor Michael Conti, der ein gutes Ergebnis für das Gastgeberland einfahren kann.

Der einzige deutsche Solofahrer Christoph Hanle muss sich in der 50+ Klasse nun gegen Haas und Brunner wehren, kann aber nach wie vor die Führung behaupten und liegt insgesamt sehr sehr gut auf Finisherkurs!

Halbwegs gute Nachrichten gibt es vom verunglückten Thomas Mauerhofer. Wie die österreichische „kleine Zeitung“ berichtet, hat er die Halswirbel OP gut überstanden. Laut Aussage der Crew kann er „alles bewegen“. Wir wünschen ihm weiterhin alles Gute und baldige Genesung.



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Dienstag, 19. Juni 2018

RAAM 2018 – Dramatisches DNF, Mauerhofer nach Unfall ausgeschieden

Das Race Across America birgt zweifelsfrei auch Risiken. Eines davon ist der Straßenverkehr. Leider hat es Thomas Mauerhofer erwischt. Er wurde von einem Auto erfasst. Er befindet sich zur Zeit im Krankenhaus, ich habe aber noch keine Information wie schlimm es wirklich ist. Sein Fahrrad ist zerstört, aber so wie es aussieht könnte er auch glimpflich davon gekommen sein. Das Team wird sicher bald mehr Infos geben können. Jetzt steht erst mal die gute Versorgung von Thomas im Vordergrund. Ich wünsche ihm von hier alles Gute und eine schnelle Genesung!

Mauerhofer lag als Rookie auf dem dritten Platz im Gesamtklassement als er von dem Fahrzeug erwischt wurde. Er fuhr bis dahin ein tolles Rennen mit klarem Podiumskurs und einem Schnitt von über 14 Meilen.

D.h. nun aber auch, dass Nicole Reist auf Podiumskurs fährt, mit deutlichem Vorsprung vor den nächsten Verfolgern. Als schärfster Konkurrent hat sich da jetzt Michael Conti herauskristallisiert. Allerdings reden wir hier von deutlich über hundert Meilen, und Nicole wird in den Appalachen stark sein.

Vorne führt Strasser nach wie vor sehr sehr souverän. Mit einem Respektabstand von ca. 350 Meilen folgt Diseviscourt.

Auch Christoph Hanle fährt ein super Rennen bisher. Er liegt nicht nur auf dem 6. Gesamtrang, sondern führt auch die 50+ Klasse an und fährt auch an TS 30 noch immer einen Schnitt von über 12 Meilen.

Während die letzten Solofahrer gerade den Halfwaypoint passieren, stürmt schon das erste 8er-Team heran. Die Teams sind ja erst am Samstag gestartet, können aber ein dramatisch schnelleres Tempo fahren. Wenn jetzt die „Meute“ der Teams über die Solofahrer herfällt, müssen diese mentale Stärke beweisen. Denn ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man als erschöpfter, mit Müdigkeit kämpfender Einzelfahrer die ausgeruhten Teamfahrer vorbeirauschen sieht. Oft bekommt man aber von den Teamfahrern auch ein paar aufmunternde Worte, oder Respektsbekundungen.

Vermeiden kann man diese Begegnung aber indem man schnell genug fährt, ich glaube nicht, das Christoph diese Erfahrung schon mal gemacht hat ;)

 



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Sonntag, 17. Juni 2018

RAAM 2018 – Neue DNFs, stabiles Klassement

Nun gibt es auch zwei DNFs in der 50+ Klasse, die Christoph Hanle immer noch anführt. Auch gibt es zwei drei Fahrer, deren Schnitt gefährlich niedrig ist, so dass ein Finish innerhalb der geforderten Zeit nicht sehr wahrscheinlich ist.

Ansonsten sind die Positionen aber sehr stabil. Christoph Strasser fährt super konstant und ist mental sehr gut drauf. Seine nächste Time Station ist schon der Missisippi River, eine wichtige Marke.

Laut Crew liegt er immer so bei 200 Watt im Schnitt auf den Abschnitten. Das ist wirklich außergewöhnlich. Das Rennen dauert nun 5 Tage an, und jeder Ultracycler weiß, dass da gerne mal Werte auf dem Wattmeter stehen, die man im Training noch nie gesehen hat…

Nicole Reist fährt ebenfalls weiterhin sensationell und ist momentan auf Kurs um den Geschwindigkeitsrekord von Seana Hogan aus den 90ern zu brechen. Aber natürlich ist das Rennen noch sehr lange, erst gut die Hälfte hat sie hinter sich.

Seana duelliert sich noch immer mit Kathy Roche-Wallace in der 50+ Klasse der Frauen. Ein spannender Kampf, der auf dem Livetracker leider nicht zu verfolgen ist, weil Seanas GPS-Tracker anscheinend Probleme macht.

Momentan macht Thomas Mauerhofer, an dritter Stelle liegend, Druck auf Ralph Diseviscourt, der den zweiten Platz verteidigt.

Die Teams, die ja gestern gestartet sind, sind noch einige Time Stations hinter den Solofahrern, kommen aber natürlich mit Riesenschritten näher an die hinteren Solofahrer heran. Dabei auch Mark Pattinson in einem 2-er Team. Ohne Christoph Strasser hätte er das RAAM schon mehrfach gewonnen. Mal schauen wie er sich im 2er Team schlägt, und ob der Rekord von Axel Fehlau und Anders Asberg aus 2014 in Gefahr ist.

 



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